The answer my friend is blowin‘ in the wind..

„Sind Sie Dylanologe? Nein? Falls doch oder Sie zukünftig einer sein möchten, lesen Sie dieses Buch!“

Dies könnte ein guter Werbeslogan für Maik Brüggemeyers Buch „Catfish“ sein. Schon im Untertitel heißt es „Ein Bob Dylan Roman“. Auf dem Cover sieht man eine Person, die gemütlich im Sessel sitzt und eine Zeitschrift liest, darauf groß abgebildet Bob Dylan. Für mich war ein absoluter Blickfang, denn auf der Leipziger Buchmesse sah ich das Buch und wusste: Das will ich haben. 

Metrolit Verlag: Hardcover – 22,00€

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit Dylan und seinem Lebenswerk noch nie auseinandergesetzt habe. Klar kenn ich ein paar Lieder, aber ich stolperte immer wieder über seinen Namen und fragte mich: Wer ist dieser Mann eigentlich, von dem alle sagen er ist eine lebende Legende? Für die Beantwortung dieser Frage ist „Catfish“ die beste Lösung.

Maik Brüggemeyer begibt sich selbst in diesem Buch auf die Reise, um der Frage auf den Grund zu gehen und landet natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort treibt er sich da rum, wo auch sein Idol seine Zeit verbracht hat. Trifft Leute die ihn kennenlernen durften und..

Trifft ihn sogar!

Nur eins sollte man wissen: das Ganze ist ein kleines Gedankenspiel, eine Phantasie des Autoren, die uns vor allem zeigen soll, dass Bob Dylan schon immer einen Drang zum Drama hatte. Denn wenn man sich näher mit dem Lebenswerk, einer der größten noch lebenden Musikern unserer Zeit, beschäftigt, stößt man immer wieder auf Gegensprüche. Im Grunde genommen weiß man nichts genaues über ihn und das macht ihn wahrscheinlich auch so anziehend.

Er polarisiert wie kein anderer und das wird an einigen Stellen des Buches deutlich.

„Sie meinen er ist ein Prophet?“ 
„Nein, das meine ich ganz und gar nicht. Ich meine, er steckt mit denen unter einer Decke. Er ist ein Mittäter. Am Ende des Liedes heißt es nämlich ,Gonna break the roof in – set fire to the place as a parting gift‘. Das ist ja wohl eindeutig. Er hat sich endgültig abgewandt von Amerika. Von dem Land, in dem er geworden ist, was er heute ist: ein reicher Mann!“ 
„Aber das ist doch nur ein Song.“
„Nur ein Song? Das war ein Anschlag! Ein zweites Pearl Habour!..“

Im weiteren Verlauf trifft Brüggemeyer immer wieder auf Dylan und hält mit ihm einen Dialoge, über das Leben und dessen Sinn, die Liebe, den Tod, die Suche nach sich selbst. Denn vor allem das kristallisiert sich immer mehr im weiteren Verlauf heraus: Dylan hatte in seinem Leben schon viele Gesichter und suchte auch immer wieder nach sich selbst. Sowohl in seinen Songs, als auch bei seinem eigenen Auftreten steht der Wandel und das Finden einer eigenen Identität im Vordergrund. 

“ …Wer bist du?“
„Was würdest du denn sagen, wer du bist?“
„Das ist ein Trick nicht wahr? Die Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität ist immer eine Gegenfrage.“
(…)
„Tja, und die Antwort hast du dir gerade selbst gegeben.“
„Du meinst, die Frage wer du bist, hängt davon ab, wer ich bin?“
„Ist doch logisch oder?..“

Das Buch war ein wundervolles Erlebnis! Noch nie bin ich einem Künstler auf diese Art und Weise, wie sie Maik Brüggemeyer schreibt, näher gekommen. Eine wahre Freude für jeden Dylan-Fan und für jeden zu empfehlen der so planlos ist, wie ich es wahr. Denn eins kann ich sagen: ich würde dylanisiert!

Meine Meinung in 3 Worten: phantastisch – philosophisch – dylanesk!

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