Gänsehaut am ganzen Körper!

Eigentlich dachte ich, dass meine meine Hip Hop-Phase vorbei wäre. Früher war ich fast schon fanatisch, trug Baggys, Caps und bestand darauf das jegliche Art von Bekleidung von einer bekannten Hip Hop- Marke sein soll. Auf meinem MP3 Player liefen Bushido, Sido, King Orgasmus, Frauenarzt, KIZ und Co. 

Da war ich grad mal 15 Jahre alt. Ich wurde älter und irgendwie änderte sich mein Geschmack. Denn die Musik drehte sich irgendwie im Kreis beziehungsweise wurde sie anders. Oder wurde ich anders?  Klar muss man den Sound abkönnen, genauso wie die harten Texte ( Anmerkung: Rock und Popmusik sind in dieser Hinsicht nicht anders, nur das hier durch die Blume gesungen wird), die gereimt und meist nicht grammatikalisch richtig sind. Aber es wurde allmählich zu einem einheitlichen Brei. Gangster, Mord und Totschlag, Drogenkonsum und natürlich Frauen und ihre Rolle in diesem ganzen System. Dann tauchten auch auf einmal Technobeats in den Liedern auf ( siehe Frauenarzt ) und ab da wurde es dann nur noch lächerlich.

Also verabschiedete ich mich von diesem Musikgenre so gut wie. Klar gab es vereinzelt noch kleine Sterne an diesem Musikhimmel die ich verfolgte, aber ich wendete mich eher dem Rock zu.

Und nun das.

  

Am 08.05. kam Genetikks neues Album raus. Ich kannte schon ein paar alte Lieder, dachte mir aber nicht viel dabei. Mein Freund hingegen war aufgeregt wie ein kleines Kind (Anmerkung: passionierter Deutschraphörer). Also sah ich mir mit ihm zusammen das Snippet an und es sagte mir definitiv zu. Es hatte etwas altes. Es erinnerte mich stark an amerikanischen Hip Hop der alten Schule, der ohne David Guetta auskam.  Ich lud mir das Album auf mein Handy und nun ist es offiziell: Ich bin verzaubert! 

Ich will und kann auch gar nicht fachsimpeln wie ein eingefleischerter Rap-Kritiker, aber ich muss unbedingt meine Meinung dazu abgeben, denn „Achter Tag“ ist definitiv eine Empfehlung wert.

Die Beats bleiben einem regelrecht im Kopf hängen und einige Texte haben mich so stark berührt, dass ich den Tränen nahe war. Die Sprache der Straße hat zwar Vorrang, jedoch schafft es der Leadsänger Karuzo Themen in Worte zu fassen die weit weg sind vom üblichen Gangstergequatsche. Es geht darum ein guter Mensch zu sein und die Welt als Teil seiner selbst zu sehen („Die Welt heilt“, „Einer von den Guten“).Tue Gutes um Gutes zu empfangen. Auch japanische Einflüsse ziehen sich durch das Album („Mein Kung Fu“), die einem  erfrischend neu in der Rapwelt vorkommen. Natürlich gibt es auch die überheblichen, arroganten Lieder („Dago“), aber das rundet die ganze Sache noch ab. Daneben gibt es noch Features mit Sido, Bushido, Max Herre etc.
Muss ich noch was hinzufügen?

Einfach reinhören und sich selbst ein Urteil bilden.

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