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Karl Lagerfeld intim 

Wie wäre es wenn man Karl Lagerfeld interviewt ?

Diese Frage stellte sich John von Düffel in seinem neuen Buch „KL – Gespräch über die Unsterblichkeit“. Klingt komisch? Ist es auch. In diesem Buch führt eine unbekannte Person, ein Gespräch mit der Modeikone schlecht hin und stößt dabei auf viele Hindernisse. Schon bei seinem Empfang  ausgeführt durch den persönlichen Assistenen des Designers wird ihm grundsätzlich erst einmal alles verboten, was ein Interview sonst eigentlich richtig spannend macht.

Und doch gelingt es dem Fragenden ihm spannende Antworten zu entlocken. Zwar ergibt sich daraus eher ein Monolog statt eines Dialogs zwischen beiden, aber wer mit einer solch exentrischen Person ein Gespräch führt, sollte auf so etwas gefasst sein.
 

Dumont Buchverlag: Hardcover – 18,00€

 

„Wenn Sie von Massen angeschaut werden, werden Sie Masse.“

Es geht um das Leben, die Medien und das Spiel mit diesen. Und wenn Herr Lagerfeld so „schwadrosophiert“ merkt man die Ironie des Ganzen. Er ist genauso so unlogisch in sich ge(und ver-)schlossen wie es Zeitung, Fernsehen oder auch das Internet vormachen. Es ergibt auf der einen Seite Sinn, aber andererseits auch wieder nicht. 

Im Laufe des Buches trifft Unbekannte noch auf zwei weitere Promis und lauscht ihren Ergüssen, bis er am Ende wieder auf den Modezar trifft. 

Und was ist die Moral von der Geschicht‘? 

Man sollte immer wieder Fragen stellen und vor allem in Frage stellen. Diese Buch bietet einem eine unglaublich unterhaltsame Schilderung unserer Promentenszene und hält dieser auch gleich noch den Spiegel vor. John von Düffel hat eine phantastische Idee umgesetzt und  für mich war es ein Hochgenuss es lesen zu dürfen! 

Meine Meinung in 3 Worten: ironisch – ikonisch – philosophisch!

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The answer my friend is blowin‘ in the wind..

„Sind Sie Dylanologe? Nein? Falls doch oder Sie zukünftig einer sein möchten, lesen Sie dieses Buch!“

Dies könnte ein guter Werbeslogan für Maik Brüggemeyers Buch „Catfish“ sein. Schon im Untertitel heißt es „Ein Bob Dylan Roman“. Auf dem Cover sieht man eine Person, die gemütlich im Sessel sitzt und eine Zeitschrift liest, darauf groß abgebildet Bob Dylan. Für mich war ein absoluter Blickfang, denn auf der Leipziger Buchmesse sah ich das Buch und wusste: Das will ich haben. 

Metrolit Verlag: Hardcover – 22,00€

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit Dylan und seinem Lebenswerk noch nie auseinandergesetzt habe. Klar kenn ich ein paar Lieder, aber ich stolperte immer wieder über seinen Namen und fragte mich: Wer ist dieser Mann eigentlich, von dem alle sagen er ist eine lebende Legende? Für die Beantwortung dieser Frage ist „Catfish“ die beste Lösung.

Maik Brüggemeyer begibt sich selbst in diesem Buch auf die Reise, um der Frage auf den Grund zu gehen und landet natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort treibt er sich da rum, wo auch sein Idol seine Zeit verbracht hat. Trifft Leute die ihn kennenlernen durften und..

Trifft ihn sogar!

Nur eins sollte man wissen: das Ganze ist ein kleines Gedankenspiel, eine Phantasie des Autoren, die uns vor allem zeigen soll, dass Bob Dylan schon immer einen Drang zum Drama hatte. Denn wenn man sich näher mit dem Lebenswerk, einer der größten noch lebenden Musikern unserer Zeit, beschäftigt, stößt man immer wieder auf Gegensprüche. Im Grunde genommen weiß man nichts genaues über ihn und das macht ihn wahrscheinlich auch so anziehend.

Er polarisiert wie kein anderer und das wird an einigen Stellen des Buches deutlich.

„Sie meinen er ist ein Prophet?“ 
„Nein, das meine ich ganz und gar nicht. Ich meine, er steckt mit denen unter einer Decke. Er ist ein Mittäter. Am Ende des Liedes heißt es nämlich ,Gonna break the roof in – set fire to the place as a parting gift‘. Das ist ja wohl eindeutig. Er hat sich endgültig abgewandt von Amerika. Von dem Land, in dem er geworden ist, was er heute ist: ein reicher Mann!“ 
„Aber das ist doch nur ein Song.“
„Nur ein Song? Das war ein Anschlag! Ein zweites Pearl Habour!..“

Im weiteren Verlauf trifft Brüggemeyer immer wieder auf Dylan und hält mit ihm einen Dialoge, über das Leben und dessen Sinn, die Liebe, den Tod, die Suche nach sich selbst. Denn vor allem das kristallisiert sich immer mehr im weiteren Verlauf heraus: Dylan hatte in seinem Leben schon viele Gesichter und suchte auch immer wieder nach sich selbst. Sowohl in seinen Songs, als auch bei seinem eigenen Auftreten steht der Wandel und das Finden einer eigenen Identität im Vordergrund. 

“ …Wer bist du?“
„Was würdest du denn sagen, wer du bist?“
„Das ist ein Trick nicht wahr? Die Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität ist immer eine Gegenfrage.“
(…)
„Tja, und die Antwort hast du dir gerade selbst gegeben.“
„Du meinst, die Frage wer du bist, hängt davon ab, wer ich bin?“
„Ist doch logisch oder?..“

Das Buch war ein wundervolles Erlebnis! Noch nie bin ich einem Künstler auf diese Art und Weise, wie sie Maik Brüggemeyer schreibt, näher gekommen. Eine wahre Freude für jeden Dylan-Fan und für jeden zu empfehlen der so planlos ist, wie ich es wahr. Denn eins kann ich sagen: ich würde dylanisiert!

Meine Meinung in 3 Worten: phantastisch – philosophisch – dylanesk!

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Neue Lyrik von mir #2

Haben oder nicht Haben –

Das ist hier die Frage!

Was hat man vom Haben, wenn man nicht mehr davon hat, als es einmal gehabt zu Haben?

Trotzdem.

Nicht Haben erzeugt Neid.

Nicht Haben erzeugt Leid.

Überall nur Streit.

Kennst du schon mein neustes Kleid?

Haben oder nicht Haben

– völlig egal.

Beides endet irgendwann in seelischer Qual.

Die einzig logische Lösung ist das Teilen.

So ließen sich etwaige Schwierigkeiten definitiv vermeiden.

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Wir sind die Guten!

Urkaine, USA, Europa, Russland, Seperatisten, „prorussisch“, „faschistisch“, Unabhängigkeit, annektieren, intervenieren, Janukowitsch, Putin, Obama, Merkel, autonom, Bürgerkrieg, Revolution, Rebellion…

Die Liste an Wörtern mit denen wir aus den Medien beworfen werden, ist immens und kaum einer kann noch wirklich dem folgen, was einige 1000 Kilometer von uns entfernt, passiert.

Die Aufgabe eines Journalisten sollte eigentlich jene sein, uns Bevölkerung,  unvoreingenommen und sorgfältig recherchiert über das Weltgeschehen zu informieren. So wurde im Jahre 1973 von der deutschen Pressekonferenz der „Pressekodex“ bzw. die „Publizistischen Grundsätze“ festgelegt. Dieser Ehrenkodex besteht aus 16. Punkten und aus ihnen hervor entwickelten sich nach einer gewissen Zeit praktische Regeln:

  • Eine Quelle allein ergibt keine Nachricht. Für eine Nachricht braucht es mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen.
  • Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.
  • Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises). Ein Mindestmaß kritischer Distanz zum Thema (und der eigenen Rolle) ist auch bei sogenannten Herzblut-Themen geboten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex 

Nun sollte man sich fragen ob das, auch für unsere Journalisten in Deutschland zutrifft.

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Westend: Klappenbroschur – 16,99 €

Ich möchte auch gar nicht viel mehr zu diesem Buch sagen außer, das man es lesen sollte und immer beide Seiten der Medaille betrachten sollte, bevor man sich ein Urteil bildet, denn dieses Exemplar beleuchtet alle wichtigen Fakten und gibt uns Außenstehenden einen neutralen und historisch-fundierten Blick auf das Thema: Ukraine.

Wer sich weiterhin über das Thema informieren bzw. mehr Informationen zum Buch erhalten möchte, dem empfehle ich die dazugehörige Internetseite: http://putinversteher.info/

In diesem Sinne – lasst uns gut sein.

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Der Sache wegen..

Sachbücher sind ja nun allgemein eher als langweilig trocken und schwer verständlich verschrien.

Aber das muss nicht immer der Fall sein!

Meine zuletzt gelesenen Bücher waren beides Sachbücher und immer mehr erschließt sich mir, das diese Sorte von Literatur viel zu unterschätzt wird.

Zu erst wäre da Erich Fromms Buch “ Die Kunst des Liebens“. Klingt vielleicht im ersten Moment nach einem billigen Ratgeber für verlorene Seelen, aber das ist es auf gar keinen Fall!

Schon immer war die Liebe ein Rätsel und Fromm beschreibt präzise die Formen von Liebe ( z.B. Mutterliebe, Gottesliebe, Selbstliebe), Störungen und Probleme die immer häufiger auftreten bzw. wie man ihnen aus dem Weg geht.

Noch nie habe ich jemanden so poetisch und gleichzeitig wissenschaftlich über das schönste im Leben philosophieren „hören“. Meine ganz persönliche Empfehlung an alle die sich für Herzensangelegenheiten interessieren!

Als zweites wäre Martin Urbans Buch „Wie der Mensch sich orientiert“ zu erwähnen. Diesen Mann zeichnet es besonders aus, dass er in so gut wie jedem Lebensbereich Wissen erlangen konnte ( stammt aus einer Theologenfamilie und ist Diplom-Physiker). So erklärt er dem Leser einerseits wie sich der Mensch sich zu dem entwickelt hat was er ist und andererseits physikalische Gesetze die auch für mich dahin ein Rätsel waren. Die Kapitel sind kurz gehalten und bieten ein kurzen Überblick über alles was das Thema Orientierung so zu bieten hat.

Anzumerken sei, dass ich beide Bücher antiquarisch erworben habe. Das heißt, dass es diese Bücher leider nicht mehr so auf dem Markt gibt, wenn ihr Glück habt, findet ihr sie wie ich in einer Grabbelkiste für 3 € 😉

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Eine Geschichte vom Leiden

Da ich ja schon Joey Goebels neustes Buch “ Ich gegen Osborne“ gelesen habe, raffte ich mich natürlich dazu auf, auch ein anderes Werk von ihm zu verspeisen.

Ich Griff, auf Empfehlung, zu „Vincent“.

In diesem Roman setzt sich der todkranke Foster Lipowitz, der reichsten Medientycoon der Welt, zum Ziel die Gesellschaft wieder zu intelligenten Lebewesen zu formieren, da Fernsehen, Zeitung und Radio sich anscheind sehr schlecht auf die Menschheit ausgewirkt haben ( Haha, welch Ironie! ).

Diogenes: Taschenbuch – 9,99 €

Plan ist es einen Künstler der alten Schule zu schaffen und ein wahrer Künstler hat seine kreativsten Phasen, wenn er leidet. Es wird eine Schule gegründet und nach potenziellen Schülern gesucht.

Hier bewirbt sich, auf anraten seiner Mutter, der 7-jährigeVincent mit den 2 einfachen Zeilen:

“ Ich schreibe, weil ich bleibe. “

Schnell wird klar, das Vincent, der Überflieger ist den sie suchen:

– die Mutter, völlig auf sich selbstfixiert, wechselt ihr Männer wie Unterwäsche und zeugt im Laufe ihres Lebens 6 Kinder

– seine Aura wirkt mehr als bedrückt, er hat soetwas wie die “ große Traurigkeit “ schon in sich und schreibt hervorrangende Texte

Um Vincent zu fördern, wird ihm ein „Motivator“ zur Seite gestellt,  Harlan Eiffler, der im Laufe Geschichte sein Ziehvater wird. Eifflers Aufgabe ist grundlegend dafür zu sorgen das Vincent schreibt. Und sollte ihn die Motivation verlassen muss man zu anderen Mitteln greifen wie z.B.: seinen Hund umbringen, seine Beziehungen kaputt machen oder ihm weiß machen er habe Tuberkulose.

Eine perfide Idee, doch sie funktioniert und Vincents Werke sind jedes mal ein Welterfolg.

Doch natürlich kommt irgendwann auch der Tag an dem alles auffliegt..

Doch ich will ja nicht zu viel verraten 😉

Mit Abstand betrachtet, ist dieses Buch mal etwas ganz anderes.

Man leidet mit Vincent mit, der nichts von dem Ganzen ahnt.

Unterschwellig nimmt man natürlich auch die Kritik an der heutigen Welt an. (Kein Wunder bei dem Mist den RTL kreiert!) Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen. Das Thema ist einfach herzzerreißend und gleichzeitig erfrischend spannend.

Meine Meinung in 3 Worten: gefühlvoll, ironisch, leidend.

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Liebe unter Fischen

Treffen ein depressiver Poet, eine in den Ruin-getriebene Verlegerin und ein konservativer Revierförster aufeinander..

Hanser Verlag: Hardcover – 17,90 €

  

Ja so ungefähr könnte man die Figuren in René Freunds Buch charakterisieren. Und auch wenn man im ersten Moment nicht wirklich eine Verbindung zwischen den Personen erahnt, so haben sie doch viel gemeinsam.

Dieses Buch ist kein 08/15 Buch, es hat auf jeden Fall Tiefgang, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht wahrnimmt.

Die Hauptperson Fred Firneis fühlt sich völlig unter Druck gesetzt ( Seine  letzten beiden Gedichtbände waren ein voller Erfolg, nun steht er vor einer Schreibblockade ) und steht kurz vor völligen Zusammenbruch.

Nun schickt ihn seine Verlegerin auf eine entlegene Almhütte, um dort wieder zu sich selbst zu finden.

Was nach anfänglichen Problemen aussichtslos erscheint – Fred als „Grüne Hölle“ empfindet – entwickelt es sich langsam zur Lösung und zum „Paradies auf Erden“.

Daran ist nicht nur August ( der Revierförster ) Schuld – der mit seinen simplen Anekdoten die Welt erklärt – sondern auch Mara die Biologiestudentin, die Fred mit ihrer Natürlichkeit komplett um den Verstand bringt.

Nach langen Drunter und Drüber, gibt es aber auch hier ein Happy End.

Wer an dieser Art von Geschichte interessiert ist, dem sei gesagt..

  • Es ist ein leicht zu lesendes Buch, das förmlich wegschmilzt sobald man es in die Hände nimmt.
  • Die Figuren wurden mit viel Liebe gestaltet ( vor allem den konservative August habe ich persönlich ins Herz geschlossen ).
  • Auch wenn es leicht verständlich geschrieben ist, muss ich trotzdem darauf hinweisen, dass an vielen Stellen kleine, doch sehr entzückende, Lebensweisheiten stehen, die man so im ersten Moment gar nicht wahrnimmt.
  • Es ist perfekt wenn man etwas Romantisches und doch Lustiges sucht, was nicht zu schwer auf der Brust liegt.

Mein Fazit in 3 Worten: Niedlich, persönlich, herzerwärmend.

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