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Liebe in der Nacht

Was ist die Liebe? Was kann sie? Und was macht sie aus uns?

In 7 Geschichten versucht Fitzgerald diese Fragen zu beantworten. Beziehungsweise versucht er es nicht nur – er erschafft einen wahren Mikrokosmos an Romantik, der sich mal eher tragisch und mal eher komisch zeigt. Es sind Erzählungen die so schillernd sind wie sein eigenes Leben und das Jahrzehnt in dem er berühmt wird. Und trotz all der Opulenz bleiben sie doch eins: authentisch. Denn kitschig a la Rosamunde Pilcher sind sie nicht. Sie reißen einen mit in die Verliebtheit, die einen rasend befällt und die man nicht abschütteln kann. Sie hängen an einem wie der Kummer einer verlorenen Liebe, die einen schwer trifft. Und sie geben einem Mut nur eins nicht zu vergessen: den Glauben an die Liebe.

Diogenes: Leinen – 22,00€


 Zusätzlich handelt es sich bei dieser Ausgabe, um ein wunderschönes Buch, in nachtblauen Leinen gebunden und goldener Schrift und Schmuckelementen, im Art dèco Stil. Welcher bibliophiler Mensch kann da „Nein“ sagen?

Alles in allen ist diese Sammlung an Geschichten nur zu empfehlen, vor allem für jene mit Hang zur Romantik und Liebe für Detail. Und vor allem bestätigt sich mir persönlich mal wieder eins: Fitzgerald ist einer meiner Lieblingsautoren und ich bereue es schon ein wenig, ihn erst jetzt schätzen gelernt zu haben.

Meine Meinung in 3 Worten: romantisch – authentisch – wunderschön!

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12 mal Liebeskummer

„In zwölf Tagen kommt er: Jakob. Er hat Juli von heute auf morgen verlassen. Was blieb sind tiefe Wunden, die nur schwer heilen.“

So könnte man den Inhalt von Astrid Rosenfelds neuen Roman „Zwölf Mal  Juli“ kurz zusammenfassen. Aber dieses Buch ist viel mehr. In 12 Kapiteln trifft die Protagonistin auf verschiedene Personen – zum Beispiel den Polizisten, den Vater, den Fremden – und immer wieder versucht sie sich zu erklären, auf eine sehr skurrile Art und Weise. Das „Warum?“ steht dabei eindeutig im Vordergrund. 

Man merkt Juli an das sie tief verletzt ist und nicht weiß wie sie damit umgehen soll, dass ER wiederkommt.  Schon wie in ihren vorangegangen Büchern, gelingt es Frau Rosenfeld eine schillernde Persöhnlichkeit zu erschaffen, die zwar aus dem Rahmen fällt und doch irgendwie ein Teil von uns allen ist.

 

Diogenes Verlag: Hardcover – 20,00€

 
Dieses kurze, aber dennoch intensive Buch, zeigt einem das Gefühl, dass schon jeder einmal hatte: Liebeskummer. Und was tut man in solch einer Situation? Es aufgegeben, weiterversuchen, sich dagegen zu wehren, es zulassen? Das ist eine Frage die jeder für sich selbst beantworten muss. Juli tut dies ganz auf ihre Art und Weise.
Meine Meinung in 3 Worten: skurril – traurig – aufmunternd! 

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Sex, Rum & Salsa

Als Fan von Hunter S. Thompson, war es für mich ein MUSS „The Rum Diary“ zu lesen. Es ist circa 2 Jahr her, als ich den Film, mit Johnny Depp und Amber Heart in den Hauptrollen, geguckt und mich komplett verliebt habe. Dieses paradiesische Flair vermischt mit dem exzessiven Leben eines Reporters. Aber fangen wir mal von vorne an..

Heyne : Taschenbuch - 8,95 €

Heyne : Taschenbuch – 8,95 €

Denn der Roman ist definitiv nicht gleich zu setzen mit dem Film. Zwar sind die Protagonisten gleich, doch ist der Verlauf der Geschichte eine ganz andere.

Paul Kemp bekommt ein Angebot, in Puerto Rico bei der „Daily News“, als Reporter zu arbeiten und nimmt dieses natürlich prompt an. Mit Sack und Pack begibt er sich in ein riesiges Abenteuer. Er lernt allerhand verrückte Vögel kennen, reiche amerikanische Männer und eine junge Frau – doch um die soll es in der Buchversion gar nicht vordergründig gehen.

Paul treibt von einen Tag in den nächsten, durchlebt die Nächte mit Unmengen von Rum und philosophiert mit seinen Kollegen über das Leben.

„Glücklich“, murmelte ich und versuchte aus dem Wort schlau zu werden. Es ist einer dieser Wörter, so wie Liebe, die ich nie richtig verstanden habe. Die meisten Leute, die mit Sprache zu tun haben und damit ihr Geld verdienen, haben kein großes Vertrauen in diese Wörter.

Zu Berichten gibt es für Paul nicht viel, nur das der Rum billig ist und die Leute darin ihren Frust ertränken, dies wird ihm mit zunehmenden Aufenthalt auch klar. Doch dann bekommt er einen lukrativen Auftrag, für den er sein Paradies zunehmend mit eigener Hand zerstört.

Dieses Buch, ist der Ferrari unter den Sommerbüchern, denn es verbindet leichte Unterhaltung und detaillierte Schilderungen mit dem versteckten Hintergrund nicht flach zu sein. Denn eigentlich geht es ja doch nicht nur um Liebe, Sommer, Sonnenschein. Es geht darum seinem eigentlichen Leben zu entfliehen um dann doch nur wieder im selben Hamsterrad zu landen.

Für mich persönlich war dieses Buch ein Hochgenuss. Wer den Gonzo-Journalismus von Thompson liebt und gerne in skurrile Geschichten abtaucht, für den ist dieses Buch perfekt!

PS: Trotz meiner vorhergehenden Faszination für den Film, hinterließ dieses Buch mir einen bitteren Nachgeschmack. „Angst und Schrecken in Las Vegas“ wurde 1:1 zur Buchvorlage verfilmt, warum nicht auch dieses Buch?

Meine Meinung in 3 Worten: hochprozentig – paradiesisch – verrückt!

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Montagspoesie #11

Ich und Du

Wir träumten voneinander
Und sind davon erwacht.
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinem Traume,
Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.

Friedrich Hebbel

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Montagspoesie #9

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube stellt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Enterich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldener Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an die Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
Sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermisst?

Du sagst, es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

Ingeborg Bachmann (1956)

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Montagspoesie #8

Mein blaues Klavier

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.

Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.

Es spielten Sternenhände vier
– Die Mondfrau sang im Boote –
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.

Zerbrochen ist die Klaviatür…..
Ich beweine die blaue Tote.

Ach liebe Engel öffnet mir
– Ich aß vom bitteren Brote –
Mir lebend schon die Himmelstür –

Auch wider dem Verbote.

Else Lasker-Schüler (1943)

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Montagspoesie #4

Danach

Es wird nach einem happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen –
da hat sie nun den Schentelmen.
Na, und denn – ?

Denn jehn die beeden brav ins Bett
Naja ….. diß is ja auch janz nett.
A manchmal möchte man doch jern wissen:
Wat tun se, wenn se sich nich kissen?
Die könn ja doch nich immer penn ….. !
Na, und denn – ?

Denn säuselt im Kamin der Wind.
Denn kricht det junge Paar ’n Kind.
Denn kocht se Milch. Die Milch looft üba.
Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba.
Denn wolln sich beede jänzlich trenn …..
Na, und denn – ?

Denn is det Kind nich uffn Damm.
Denn bleihm die beeden doch zesamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare:
vorn doof und hinten minorenn …..
Na, und denn – ?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit –
Ach, Menschenskind, wie liecht det weit!
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr!
Der olle Mann denkt so zurück:
wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch und Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

Kurt Tucholsky – Zwischen gestern und morgen 

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