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Alles nur ein böser Alptraum?

Vor einigen Wochen kam Michel Bussis neuer Roman “ Die Frau mit dem roten Schal“ raus. Und dieser werte Herr hat es mir angetan. Schon sein Debütroman Das Mädchen mit den blauen Augen mich in seinen Bann. Er hat die Begabung, Geschichten zu schreiben, die so spannend sind das man sie nicht aus der Hand zu legen. Also war es klar das ich auch dieses Buch lesen muss.

Jamal macht Urlaub an der Küste der Normandie. Er läuft für sein Leben gern, auch wenn er nur noch ein Bein hat und somit eine Prothese braucht.

Und so läuft er jeden Morgen seine Runden und da sieht er sie. Die wahrscheinlich schönste Frau die er je gesehen hat. Sie hat zerrissene Kleider und es scheint als wolle sie gleich von der Klippe springen. Mit müh und Not will er sie mithilfe eines roten Schals retten, doch sie springt.

Was dann im weiteren Verlauf des Romans geschieht, hat Bussi auf sehr authentische und emotionale Art und Weise beschrieben: Alles deutet darauf hin das Jamal der Schuldige ist. Er ist der einzige Zeuge der sie springen sah. 

  

Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf eigene Faust in dieser Sache zu ermitteln. Dabei stößt er selbst an seine Grenzen des Verstandes und irgendwann weiß er selbst nicht mehr was er getan hat und was nicht.

Ein wirklich tolles Buch zum zwischendurch lesen!
Zwar ist es kein hochliterarisches Werk, doch die Spannung spitzt sich immer mehr zu und nach einem Kapitel kann man das Buch nicht weglegen, weil man wissen will wie es weiter geht. 
Meine Meinung in 3 Worten: spannend – emotional – rasant!

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Mütterchen Russland lässt grüßen / Vol. 1

Gäbe es ein Land in das ich reisen möchte und das ich liebe, ohne es je gesehen zu haben? Ja! Russland ist definitiv solch ein Land für mich. Dafür gibt es auch viele Gründe. Als erstes wäre da das Land an sich: alle möglichen Vegetationen, von warm bis kalt, Wälder, Steppen, Wüsten und schneebedeckte Landschaften. Zweitens die Mentalität der Menschen. Ich durfte schon viele Russen kennenlernen. Stark wie ein Bär und doch herzlich ohnes gleichen. Und zu guter letzt die Geschichte des Landes. Kein Land hat soviel durchgemacht wie Russland. Zarenreich – Bauernstaat – Revoltionskeimzelle – gebeuteltes Leid unter der Stalinregierung – Strahlenopfer in Tschernobyl. 

Von daher ist es auch nicht weiter verwunderlich das ich zur Zeit AUSSCHLIEßLICH Bücher lese, in denen es um Russland geht und im noch besseren Fall, von einem Russen geschrieben wurde.

Deshalb möchte auch diese neue Serie starten und euch die Vielfalt der russischen Literatur näher bringen. Das Ganze ist teilweise chronologisch, teilweise aber auch inhaltlich aufgeteilt. Starten möchte ich mit Bücher die von neuerer Natur sind.
1. Moskau Babylon von Owen Matthews

 

Graf Verlag: Hardcover – 21,99€

 


Mister Matthews werden viele durch seinen Roman „Winterkinder“ kennen, doch noch nie erwähnt wurde „Moskau Babylon“, das letztes Jahr erschien. Ziemlich schade, wie ich finde, denn es bringt einem das russische Stadtleben ziemlich authentisch rüber. Es geht um den Briten Lambert, der 1995 beschließt, dort ein neues Leben zu beginnen. Ein wildes Durcheinander wird geschildert, in dem alle Bewohner der Metropole in einer Art Trance durch die Straßen taumlen. Ein Neuanfang für das Land, das ihrem Bewohnern Freiheit und Ausgelassenheit schenkt, die sich früher niemand vorstellen konnte. Der Protagonist streift durch dieses friedliche Chaos und macht sich mit den Menschen und ihren Gepflogenheiten bekannt. Und die sind nicht immer von positiver Natur. Wie heißt es so schön an einer Stelle: 

Mütterchen Russland frisst ihre Kinder, weil sie will, dass sie sicher sind.

Und so ist dieses Buch nicht nur der perfekte Bericht über diese schöne alte Stadt, sondern auch eine Studie was sie aus einem macht.

Meine Meinung in 3 Worten: bebildert – frei – postsowjetisch!


2. Kind 44 & Kolyma von Tom Rob Smith

 

Goldmann : Taschenbuch – je 9,99€

 

Leo Demidov ist Geheimdienstoffizier im Russland der Stalinzeit. Mord gibt es nicht, da dies kapitalistischer Natur ist. Doch dann wird der Sohn seines Kollegen tot aufgefunden und das Blatt wendet sich von einen auf den nächsten Tag. Denn eins steht fest: Vertrauen solltest du niemandem. Soviel möchte ich gar nicht mehr zum Inhalt sagen, außer das man dieses Buch in Rekordzeit lesen wird, da es unglaublich spannend geschrieben ist. Das zweite Buch spielt weiter in der Zeit unter der Regierung von Chruschtschow. Zwar ist Stalin tot, doch nun ist die Zeit der Rache nahe für all die jenigen die unter ihm gelitten haben. Den dritten Teil „Agent 6“ habe ich leider noch nicht gelesen, aber dies wird zeitnahe nachgeholt. Smith schafft es geschichtliche Fakten und das Leid der damaligen Verhältnisse so authentisch rüberzubringen und gleichzeitig so spannend zu verpacken, dass es eine Schande wäre die Trilogie ohne den letzten Teil zu Ende zu lesen.
Meine Meinung in 3 Worten: authentisch – packend – verräterisch!

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The answer my friend is blowin‘ in the wind..

„Sind Sie Dylanologe? Nein? Falls doch oder Sie zukünftig einer sein möchten, lesen Sie dieses Buch!“

Dies könnte ein guter Werbeslogan für Maik Brüggemeyers Buch „Catfish“ sein. Schon im Untertitel heißt es „Ein Bob Dylan Roman“. Auf dem Cover sieht man eine Person, die gemütlich im Sessel sitzt und eine Zeitschrift liest, darauf groß abgebildet Bob Dylan. Für mich war ein absoluter Blickfang, denn auf der Leipziger Buchmesse sah ich das Buch und wusste: Das will ich haben. 

Metrolit Verlag: Hardcover – 22,00€

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit Dylan und seinem Lebenswerk noch nie auseinandergesetzt habe. Klar kenn ich ein paar Lieder, aber ich stolperte immer wieder über seinen Namen und fragte mich: Wer ist dieser Mann eigentlich, von dem alle sagen er ist eine lebende Legende? Für die Beantwortung dieser Frage ist „Catfish“ die beste Lösung.

Maik Brüggemeyer begibt sich selbst in diesem Buch auf die Reise, um der Frage auf den Grund zu gehen und landet natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dort treibt er sich da rum, wo auch sein Idol seine Zeit verbracht hat. Trifft Leute die ihn kennenlernen durften und..

Trifft ihn sogar!

Nur eins sollte man wissen: das Ganze ist ein kleines Gedankenspiel, eine Phantasie des Autoren, die uns vor allem zeigen soll, dass Bob Dylan schon immer einen Drang zum Drama hatte. Denn wenn man sich näher mit dem Lebenswerk, einer der größten noch lebenden Musikern unserer Zeit, beschäftigt, stößt man immer wieder auf Gegensprüche. Im Grunde genommen weiß man nichts genaues über ihn und das macht ihn wahrscheinlich auch so anziehend.

Er polarisiert wie kein anderer und das wird an einigen Stellen des Buches deutlich.

„Sie meinen er ist ein Prophet?“ 
„Nein, das meine ich ganz und gar nicht. Ich meine, er steckt mit denen unter einer Decke. Er ist ein Mittäter. Am Ende des Liedes heißt es nämlich ,Gonna break the roof in – set fire to the place as a parting gift‘. Das ist ja wohl eindeutig. Er hat sich endgültig abgewandt von Amerika. Von dem Land, in dem er geworden ist, was er heute ist: ein reicher Mann!“ 
„Aber das ist doch nur ein Song.“
„Nur ein Song? Das war ein Anschlag! Ein zweites Pearl Habour!..“

Im weiteren Verlauf trifft Brüggemeyer immer wieder auf Dylan und hält mit ihm einen Dialoge, über das Leben und dessen Sinn, die Liebe, den Tod, die Suche nach sich selbst. Denn vor allem das kristallisiert sich immer mehr im weiteren Verlauf heraus: Dylan hatte in seinem Leben schon viele Gesichter und suchte auch immer wieder nach sich selbst. Sowohl in seinen Songs, als auch bei seinem eigenen Auftreten steht der Wandel und das Finden einer eigenen Identität im Vordergrund. 

“ …Wer bist du?“
„Was würdest du denn sagen, wer du bist?“
„Das ist ein Trick nicht wahr? Die Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität ist immer eine Gegenfrage.“
(…)
„Tja, und die Antwort hast du dir gerade selbst gegeben.“
„Du meinst, die Frage wer du bist, hängt davon ab, wer ich bin?“
„Ist doch logisch oder?..“

Das Buch war ein wundervolles Erlebnis! Noch nie bin ich einem Künstler auf diese Art und Weise, wie sie Maik Brüggemeyer schreibt, näher gekommen. Eine wahre Freude für jeden Dylan-Fan und für jeden zu empfehlen der so planlos ist, wie ich es wahr. Denn eins kann ich sagen: ich würde dylanisiert!

Meine Meinung in 3 Worten: phantastisch – philosophisch – dylanesk!

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Ein ganzes halbes Jahr

Die wahre Liebe? Der Sinn des Lebens? So komplizierte Fragen sind nicht immer leicht zu beantworten. Umso schöner umschreibt Jojo Moyes diese Themen in ihrem neuen Buch.

Und hierbei handelt es nicht um eine 08/15 Kitschstory.

Auf gar keinen Fall.

Louisa Clark ist ein junges Mädchen, die noch nicht viel von der Welt gesehen hat. Sie verliert ihren Job mit dem sie ihre Familie mitfinanziert hat. Die jahrelange Beziehung zu ihrem Freund ist auch nicht das gelbe vom Ei. Und nun muss sie auch noch einen Job als Pflegerin bei diesem reichen Schnösel Will Traynor antreten..

Rowohlt: Klappenbroschur – 14,99 €

Der wiederum war früher ein richtiger Playboy, hat alles gemacht was man in so einem schönen reichen Leben tun kann. Bis er einen tragischen Unfall hat und nun bis zum Rest seines Lebens an einen Rollstuhl gekettet ist. Böse, verbittert und pessimistisch, das ist von diesem Tage an seine Sicht aufs Leben, bis Lou in sein Leben tritt.

Und als das erstmal passiert, verändert sich alles..

Eine mit ganz viel Gefühl geschriebene Geschichte, die einem echt ans Herz geht und trotzdem an vielen Stellen vor Witz sprüht. Für mich persönlich das weibliche Pendant zu „Ziemlich beste Freunde“. Genau das richtige für alle die zur Abwechslung gerne mal Liebesromane lesen, aber wenn dann welche der anderen Art. Denn hierbei handelt es sich auf keinen Fall um Rosamunde Pilcher!

An vielen Stellen musste ich auflachen an anderen weinen, weil sie doch so gut formuliert sind, das man es sich doch nur gut vorstellen kann, was zwischen den beiden abläuft.

Solche Bücher findet man selten.

Und für jemanden wie mich, der am liebsten zu blutigen Kriminalromanen greift, ist dieses Buch doch eine ziemliche Überraschung gewesen.

Meine Meinung in 3 Worten: frisch, jung, gefühlvoll!

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Sie ist ein Ungeheuer!

Ein bisschen komisch sieht sie ja schon aus, die kleine Elsa. Aber trotzdem zieht sie jeden in ihren Bann.

„Elsa ist starrköpfig, widerspenstig, verletzlich und manchmal schlicht und einfach ein Biest.“ 

.. so heißt es auf dem Buchrücken von Astrid Rosenfelds neustem Werk.

 Natürlich könnte ich jetzt eine eigene Rezension des Buches niederschreiben, so wie ich es sonst auch tue, aber ich fand ,dass das was Frau Rosenfeld selber über ihr neustes Schriftwerk sagt eindeutig, klar und wunderschön formuliert und man sogar eine kleine Kostprobe bekommt, von dem was einen erwartet.

Diogenes: Hardcover – 21,90 € Taschenbuch – 10,90 €

Hier der Link:

Ich persönlich, fand es mit einer erfrischenden Leichtigkeit geschrieben und  andererseit doch sehr symbolisch. Kann man „mal so nebenbei weglesen“ und hat trotzdem was zum Leben dazugelernt.

Meine Meinung in 3 Worten: frech, geheimnisvoll, intelligent.

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